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Warum ich berufliche Neuorientierung liebe!

Cornelia stützt den Kopf und lächelt

Mein Job macht mir keine Freude, eigentlich wollte ich schon ganz lange etwas anderes machen, aber schaffe ich das überhaupt? Gibt es für MICH noch irgend eine andere Möglichkeit? Grade wenn es um einen beruflichen Neustart geht stellen sich viele Fragen, Zweifel, Ängste und Bedenken. Denn es sind dann doch Veränderungen die natürlich viele Bereiche des eigenen Alltags betreffen. Dabei werden die Chancen auf eine positive Entwicklung oft viel geringer eingeschätzt, als die Hoffnung, dass sich in an seit Jahren festgefahrenen und schlechten Arbeitsatmosphäre wie durch ein Wunder etwas ändert. 
Das kann natürlich auch mal sein, ist es oft aber eben nicht. Grade viele Frauen die hochqualifiziert sind bleiben viel zu lange in diesen toxischen Arbeitsfeldern obwohl sie so viel mehr Möglichkeiten hätten. Sie aber nicht in Betracht ziehen oder schlicht und ergreifend nicht für möglich halten. Seit 2012 mach ich diese Arbeit schon und ich liebe sie aus tiefstem Herzen weil…..

Weil es auf dem Weg der Neuorientierung vom Frust zur Hoffnung gehen kann! 

Und es dabei die Möglichkeit gibt Dinge zu gestalten und Einfluss darauf zu nehmen wie das Ergebnis aussehen könnte. Also „hin zu“ einer lebenswerten und hoffnungsvollen Zukunft.

…jedenfalls ist das der Kern sowie Ziel meiner Arbeit.

Es ist der Punkt in der Beratung, an dem sich in dem Frust und der Hoffnungslosigkeit eine Idee, ein Funke von Hoffnung schleicht. 

So, wie ich es erst kürzlich erlebt habe. Es ging darum, dass die Mitarbeiterin ein neues Aufgabengebiet bekommen soll, in dem sie ihre Qualitäten besser einsetzen kann. So die Sicht des Arbeitgebers. Diese Sicht deckt sich jedoch nicht mit ihrer eigenen Wahrnehmung. Zusätzlich fehlt ihr ein wichtiger Punkt in ihrem neuen Arbeitsumfeld. 

Hier gibt es also keine Deckungsgleichheit in der Wahrnehmung der Gesprächspartner. Beide haben schon viel ergebnislose Gespräche miteinander geführt. Die Positionen waren verhärtet, als ich mit dazu gerufen wurde. 

Eine meiner Lieblingssituationen. Nicht weil ich mich freue, dass es den Beteiligten schlecht geht, sondern weil es Hoffnung auf eine Lösung gibt. Ganz egal, wie diese dann am Ende aussehen mag. Sie ist immer besser als die festgefahrene Situation, in der sich die Gesprächspartner bis dahin befunden haben. 

Für mich ist es auch besonders spannend, da der Ausgang, das Ergebnis, nicht vorhersehbar ist.

Als wir an dem Punkt des Gesprächs angekommen sind, an dem die Mitarbeiterin nachfragte, wie das neue Arbeitsfeld denn genau aussehen würde, welche Mitbestimmungsmöglichkeiten sie hätte und dass sie froh sei, endlich zu wissen, um was es die ganze letzte Zeit gegangen ist, war klar, dass wir am Wendepunkt angekommen waren. Ziel beider Gesprächspartner war es, das Vertrauen wieder herzustellen und ein offenes Gespräch zu führen. Genau das fand in diesem Moment statt. 

Obwohl es noch keine direkte Lösung gab, mit der beide einverstanden waren, so konnten doch die unterschiedlichen Positionen angesprochen werden.

Der unterschwellige Konflikt wurde benannt und es wurde sogar schon an Lösungen gedacht. Die Rückmeldung, dass jetzt endlich Offenheit und Klarheit herrscht und ein erster Schritt gemacht wurde, ist einfach wunderschön. Plötzlich kam Bewegung in die festgefahrene Situation und ein kleiner Funke Hoffnung war entfacht. Das berührt mich tief, wenn aus völliger Verzweiflung plötzlich so etwas wie Hoffnung aufkeimt.

Weil berufliche Neuorientierung die Chance auf mehr Lebensqualität vergrößert

Wir verbringen sehr viel Lebenszeit mit unserem Beruf. Da ist es wirklich Zeitverschwendung, diese Zeit mit ständigem Druck und unzufrieden zu verbringen. 

Diese Haltung von: „Es geht nur dieser eine Beruf sonst ist nichts für mich möglich und das was ich eigentlich möchte traue ich mich nicht“, oder: „Es fehlen mir irgendwelche Qualitäten“. 

Ganz besonders bei Frauen beobachte ich oft, dass diese Haltung vorherrscht – obwohl sie zum Teil hochqualifiziert sind. Auch dazu möchte ich ein Beispiel aus der Praxis erzählen. 

Nach einem Vortag kam eine Frau mit der Frage auf mich zu, ob ich ihr den helfen könne. Sie sei im Moment am Boden zerstört, da sie nach 25 Jahren Zugehörigkeit zum Betrieb die Kündigung erhalten habe. Jetzt wisse sie nicht mehr, wie es für sie weiter gehen könne. Um in Rente zu gehen, sei sie noch zu jung und zudem würde sie einfach gerne arbeiten. 

Diesen Punkt finde ich auch erwähnenswert: Arbeit kann sinnstiftend sein. Diesen Aspekt wieder in einem Leben aufblühen zu lassen, dabei mit zu wirken, ist wiederum für mich sinnstiftend. 

Nun aber weiter mit meiner Klientin. Sie hat also mein Programm gebucht und sich während dieser Zeit um eine neue Stelle bemüht. Natürlich hat sie auch die „Unterstützung“ des Arbeitsamts in Anspruch genommen. Nach diesem Besuch war sie aber emotional an einem weiteren Tiefpunkt angekommen. 

Denn dort bekam sie die Auskunft, sie sei zu alt und hätte die Qualifikation für diesen Arbeitsbereich nicht – obwohl sie ihre ganz berufliche Zeit genau in diesem Arbeitsfeld in leitender Position tätig gewesen war. Gefehlt hat ihr der Abschluss in diesem Bereich. Dieser Abschluss wäre dann aber über 25 Jahre alt. 

Naja, wenn ich solche Dinge höre, das bringt mich auf Hochtouren. Für mich gibt es nichts Schöneres, als Menschen in diesen Situationen zu stärken und sie dabei zu unterstützen, Lösungen zu finden. Die nächsten Schritte zu gehen. Für mich geht es überhaupt nicht, wenn Menschen so entmutigt werden und keine Optionen an die Hand bekommen, wie es für sie weiter gehen kann. 

Zwischenzeitlich hat sie seit über einem Jahr eine neue Arbeitsstelle, in der ihre Erfahrung, ihre Qualifikationen und ihr Wissen geschätzt werden.

Buntstifte auf dem Tisch
Aufstellung ein wunderbares Tool. Damit bekommt man sehr schnell einen guten Überblick über die Situation

Weil bei der beruflichen Neuorientierung das Ergebnis immer offen ist

Wenn die Reise beginnt, wenn sich jemand auf den Weg macht, um Neues für sich zu entdecken, dann kann man zu Beginn nie genau sagen, welches Ergebnis am Ende herauskommt. 

Was sich allerdings ziemlich genau sagen lässt, ist, wie sich derjenige am Ende fühlt. Das legen wir nämlich immer zu Beginn fest, um nach der Arbeit genau zu wissen, ob sich etwas bewegt hat oder ob der Weg noch weitergeht. 

Jedenfalls bin ich selbst immer gespannt, was mich erwartet und das finde ich sehr inspirierend. Dass auch ich nicht sagen kann, wie genau es an Ende aussieht, was dabei heraus kommt. So bin ich auch gar nicht in der Versuchung, meine Interpretationen in den Prozess zu geben. Sondern muss in jedem Augenblick mit meiner ganzen Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt sein, um auf die jeweilige Veränderung spontan und kreativ reagieren zu können.

Es gibt keine Routine, es gibt kein Rezept. Außer man bezeichnet Offenheit und Kreativität als Rezept. Der gemeinsame Raum, der entsteht, die intensive Verbindung für diese Zeit ist immer wieder eine besondere Ehre. Das Vertrauen und die Möglichkeit, in die Gedankenwelt des Gesprächspartners einzutauchen, erweitert jedes Mal auch meinen Horizont. Es kommt immer wieder etwas Neues hinzu. Was für mich so erst mal nicht präsent war. 

Es entsteht ein kreativer Raum, den es zu gestalten und zu nutzen gilt. 

Die gegenseitige Unterstützung ist für mich eine zu tiefste menschliche Haltung, ein tiefes Bedürfnis und sie macht uns zu dem was uns als Menschen auszeichnet. Die Werte wie Menschlichkeit, Unterstützung, Hilfe zur Entwicklung und Heilung. 

Heilung zu bewirken, soweit das in unserer Macht steht, ist ein außergewöhnliche Vorzug.  

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