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Meine größten Fehler und meine besten Entscheidungen

Cornelia in brauner Jacke lehnt sich an einen Baum, mitten im Herbstlaub

Meine größten Fehler und meine besten Entscheidungen

Die Fehler, ach wie witzig. Echt jetzt! 

Unglaublich und dennoch wahr, liebe Leser: Bis heute habe ich schon einige Blogartikel geschrieben, aber ich glaube, bei keinem andern hatte ich soviel Spaß wie bei diesem. Ich habe wohl keinen Fehler ausgelassen bei dem Schritt in die Selbstständigkeit. Ja, es gab echt harte Zeiten. Aber heute freue ich mich über meinen Weg. Er ist bunt und ich habe unglaublich viel gelernt – und bin immer noch auf dem Weg. Das macht mir unglaublich viel Freude. Besonders zu sehen, wie viel Gutes aus sogenannten Fehlern wachsen kann. 

Der größte Fehler: Keine Testimonials erbeten 

Obwohl die Klienten mehr als zufrieden waren. 

Aber jetzt die ganze Geschichte von vorne.

Als ich mit meinem Business gestartet bin, habe ich wie so viele erst mal damit begonnen, Coaching für Freunde und Bekannte anzubieten. Kostenfrei natürlich. 
Die ersten Stunden waren sehr aufregend und natürlich von Zweifeln begleitet, ob das, was ich tue, für meinen „Klienten“ wirklich hilfreich sein würde. Das war mein größter innerer Kritiker.

Hinzu kamen Fragen zum Thema Datenschutz und ob ich mich mit meinem Handeln auf einer soliden rechtlichen Grundlage bewege.

All diese Dinge waren zu der Zeit, als ich gestartet bin, für mich unklar und ein Buch mit sieben Siegeln. Genauso wie das Thema Marketing. Marketing, Werbung – das war sowieso schon fast verwerflich. So was macht man als Coach doch nicht. Nein, bloß niemanden mit den Angeboten, die da sind, belästigen.

Es ist sicher besser, ganz still und bescheiden vor sich hinzuarbeiten und keine Testimonials anzufragen. Auch nicht, wenn die Coachees wirklich zufrieden und sehr glücklich waren. So wie eine meiner ersten Klientinnen. Sie kam zu mir mit dem Thema Aufstieg in der Firma. Sie sollte die Abteilung von ihrem Vorgänger übernehmen und hatte bei der Vorstellung, in so große Fußstapfen zu treten große Hemmungen, ob sie das wohl schaffen würde. Diese Vorbehalte wollte sie mit meiner Hilfe abbauen.

Nach unserer gemeinsamen Arbeit war sie ganz erstaunt, wie einfach es für sie war, eine neue und positive Haltung zu entwickeln. Sie schaute mich an und meinte: „Dass das so einfach ist, das kann ich kaum glauben“.

Sie hat die Stelle angenommen und nach zwei Jahren habe ich sie wieder getroffen und erfahren, wie erfolgreich sie mittlerweile geworden war. Mit der neuen Stelle haben sich für sie neue Möglichkeiten erschlossen und sie konnte sich mit all ihren Fähigkeiten entfalten und viel besser einbringen. 

Irgendwann machte mich jemand darauf aufmerksam, dass ich mir doch eine schriftliche Rezension geben lassen solle. 

Oh je, was soll ich dazu sagen? Ich habe die E-Mail nie geschrieben. Denn ich wollte doch keinen belästigen. Und so hatte ich natürlich auch keine Möglichkeit, die Qualität meiner Arbeit neuen Interessenten zu vermitteln. Obwohl die Rückmeldungen durchweg sehr gut waren. Wären sie nicht gut gewesen, hätte ich es nämlich gar nicht gewagt, mit dieser Arbeit weiterzumachen. 

Heute weiß ich, dass viel meiner Klient:innen meine Arbeit sehr wohl mit einem Testimonial oder einer Rezension unterstützen möchten. Allerdings sollte ich ihnen auch die Gelegenheit dazu geben.

 

Ein weiterer Fehler: Nein ich brauche die E-Mail-Adresse nicht! 

Noch so ein gruseliger Fehler! Heute schüttel ich den Kopf darüber und beim Schreiben amüsiere ich mich über mich selbst. 

In Bezug auf die E-Mail-Adressen habe ich mich ähnlich verhalten wie mit den Testimonials.
Ich erinnere mich, dass ich doch tatsächlich am Anfang zu meinen Klient:innen gesagt habe, ich würde nur ihre Telefonnummer benötigen und dann um eine Rechnung zu verschicken ihre Post Adresse. Nein eine E-Mail-Adresse brauche ich nicht und wenn dann nur zum Zweck des internen Schriftverkehrs. Ich habe ihnen also nicht die Möglichkeit gegeben, weiterhin mit mir in Kontakt bleiben zu können. 

Hinzu kamen die vielen kritischen Stimmen aus meinem Umfeld, die eigentlich überhaupt keine Ahnung vom Thema hatten und doch mit dem Begriff Datenschutz um die Ecke gekommen sind. 

Davon habe ich mich leider auch lenken lassen und die ersten Jahre meiner Selbstständigkeit damit verbracht, einer scheinbaren Korrektheit hinterherzujagen, mit der ich mich blockiert und erfolgreich verhindert habe, dass mein Business wachsen konnte. 

Das Schreiben von Newslettern war außerdem immer mit der Frage verbunden, ob das, was ich da schreibe, wirklich relevant ist für meiner Leser. So wurden die Texte steif, ungelenk und unpersönlich. Also noch so eine gute Taktik, um unbekannt und klein zu bleiben. 

Irgendwann musst ich mich entscheiden, was ich wollte. Ich hatte die Wahl, zwischen weiter so, weiter so lauwarmen vorzugehen, weiter im stillen Kämmerlein vor mich hin zu dümpeln oder endlich raus zu gehen mit meinem Anliegen und meinem Traum. 

Ich hab mich für meinen Traum entschieden und mache regelmäßig die Erfahrung, dass sich die Menschen doch tatsächlich freuen, wenn sie meinem Newsletter lesen können. Noch mehr sogar: Sie wünschen es sich in Kontakt bleiben zu können und geben mir immer mal wieder Rückmeldungen. 

Heute denke ich: „Wenn ich das mal ganz zu Anfang gewusst und so umgesetzt hätte, dann wäre ich viel schneller dahin gekommen, wo ich heute bin.“
Aber ich eines ist sicher auch richtig, ich habe diese Zeit für meine Entwicklung gebraucht. Trotzdem hätte es schneller gehen können. 

Lieber Leser, während ich das schreibe, sitze ich hier und breche bei jeder weiteren Zeile in herzhaftes Lachen aus über meine eigene, was auch immer… Also nachdem ich nun meine Lachtränen getrocknet habe, gehts weiter. Auf zu dem nächsten Erfolgsverhinderer, darin war ich echt spitze.  

Der nächste Fehler – oder Lernschritt?!
Unzählige Schulungen und  Workshops gegeben und kein Wort zu meinem Angebot gesagt! 

Ja das kann man machen, ist zwar mäßig clever, aber es geht. 

Grundsätzlich erkenn ich es heute als einen grundlegenden weiteren Fehler in puncto Marketing. Im Rückblick sehe ich es so, dass ich egal wann und von wem ich gefragt wurde, was ich denn beruflich machen würde immer ausweichende Antworten gegeben habe. 

Als Erstes habe ich sogar grundsätzlich meinen alten Beruf Krankenschwester genannt und nicht, dass ich Menschen als Coach begleite und schon gar nicht, dass ich das in den Bereichen Beruf oder Krisenbewältigung tue. Diese Tätigkeit habe ich immer verschweigen und mich sozusagen um die Antwort gedrückt. 

So konnte dann natürlich auch keiner wissen, was ich genau mache. 

Auch bei den unzähligen Schulungen, Vorträgen oder Workshops zum Thema „Schwierige Kommunikation“, „Erfolgreiche Kommunikation“ und vielen mehr, habe ich es nie erwähnt und schon gar nicht auf mein weiteres Angebot verwiesen. 

Regelmäßig habe ich die Visitenkarten, Flyer und E-Mail-Listen zu Hause „vergessen“.
Ja, wie schon erwähnt, irgendwann kam dann mal der Punkt, an dem ich mich gefragt habe, was das soll und wie lange ich das noch so weiter machen möchte. 

Der absolute Tiefpunkt, ja es geht noch was…
Allerdings ist das folgende Erlebnis auch heute noch nicht wirklich lustig, obwohl ich viel daraus gelernt habe. 

Dem Rat von Kolleg:innen gefolgt, wieder besseres Wissen

Ja, das wirklich einer meiner tiefsten Tiefpunkte. 

Ich wurde als Referentin engagiert, ein Seminar für gut ausgebildete Fachkräfte zu halten, in einer großen Fortbildungseinrichtung. Das wollte ich natürlich wirklich perfekt und gut machen. Zu der Zeit fehlte mir noch etwas die Routine, obwohl ich schon einige Erfahrungen hatte. Das Wissen, dass da keine Laien vor mir sitzen würden, sondern gut geschulte Fachfrauen, hat mir großen Respekt eingeflößt. 

Aus diesem Grund wollte ich mir von Kolleg:innen aus dem Netzwerk, in dem ich damals sehr aktiv war, Input holen. 

Diesen habe ich dann auch bekommen. Dabei war so Aussage, wenn du es genau so machst, kann nichts schiefgehen. Der innere Aufbau, die Inhalte und das Vorgehen sind in sich stimmig. Ganz bestimmt, du musst es einfach nur so machen. 

Was soll ich sagen. Genau so habe ich die Sache umgesetzt und sehr viel dabei gelernt.
Es ging alles schief. Die Teilnehmerinnen waren unzufrieden, fühlten sich missverstanden, hatten völlig andere Erwartungen und es war das einzige Seminar in den letzten 10 Jahren, bei dem die Teilnehmer:innen das Seminar vor dem offiziellen Ende verlassen haben. 

Wie gesagt, ich habe wirklich viel gelernt, eine Lehrstunde der besonderen Art. 
Nachdem ich dann ein weiteres Mal das Gespräch mit den Kolleginnen gesucht habe, bekam ich folgende Antwort: „Da hat dein Mindset nicht gestimmt, du wolltest das Seminar nicht machen, das haben die Teilnehmer gespürt“. 

Seitdem reagiere ich etwas allergisch auf das Wort „Mindset“. Und ich habe gelernt, wie wichtig es ist, sich auf die eigene Einschätzung zu verlassen. Perfekte Pläne an den Bedarf anzupassen. Mein Angebot auf die Menschen, die vor mir sitzen, einzurichten. Und zwar egal, was welcher Experte zu mir sagt. Ich selber bin verantwortlich für den Erfolg oder das Scheitern, kein anderer. 

Heute reagiere ich grundsätzlich sehr flexibel auf die Anliegen meiner Teilnehmer, mache lieber eine Schleife, als die Bedürfnisse zu ignorieren und fahre damit eigentlich immer gut. 
Selbstverständlich hole ich mir nach wie vor Impulse und Ideen von Kolleg:innen, aber ich verwende nichts, wirklich nichts mehr ungeprüft. 

 

Jetzt, lieber Leser, kommen wir zu den guten Entscheidungen, obwohl ich nicht versprechen kann, dass diese genauso unterhaltsam werden wie die Fehler. Aus diesem Grund wird dieser Abschnitt etwas kürzer.

 

Die Selbstständigkeit war meine beste Entscheidung  

Die beste Entscheidung überhaupt war die Entscheidung, mich selbstständig zu machen. Die Arbeit mit Menschen und die Möglichkeit, ihnen für ihre Herausforderungen Strategien an die Hand zu geben, die es ihnen ermöglichen, Lösungen zu finden, ist für mich immer wieder ein bereichernde und äußerst zufrieden stellende Arbeit. 

Zudem gestaltet sich die Arbeit unglaublich vielseitig und hält so viele Herausforderungen bereit, dass es einfach nie langweilig wird. Für mich ein wichtiger Aspekt. 

Besonders als ich mit meinem Onlinebusiness angefangen habe. Die erste Idee war, meine Arbeit so ein „bisschen“ online zu präsentieren und bekannter zu machen. Der nächste Gedanke war in etwa so: Coaching online anbieten auch für Menschen, die nicht aus der Region kommen. 

Das hat mich sehr angesprochen und gereizt. Natürlich war auch das wieder mal eine große Herausforderung, ohne geht es wohl nicht bei mir. Besonders wenn ich überlege, dass ich vor 20 Jahren grade mal wusste, wo ein PC eingeschaltet wird, das war aber auch alles.
Alles andere war ein Buch mit sieben Sigeln. Heute erstelle ich mit einer gewissen Leichtigkeit Landingpages, Freebies und vieles mehr. Kann Newsletter-Anbindungen vornehmen und Blogartikel SEO optimieren und was eben sonst noch alles dazu gehört.

Das Wichtigste für mich ist es, dass ich meinen Klient:innen Einzelcoachings über Zoom anbieten kann und ein Gruppen-Programm entwickelt haben, in dem ich mehreren Menschen gemeinsam weiterhelfe. 

Die private Atmosphäre, die sich trotz der Distanz einstellt, ist einzigartig und es erstaunt uns immer wieder, dass dies auch online möglich ist. Besonders schön sind die Kontakte und Freundschaften, die sich oft daraus ergeben, es ist wirklich enorm.

Beste Entscheidung ever! Das Erfolgsteam 

 

Fast hätte ich aufgegeben. Ende 2019 war ich euphorisch und wollte mein Business online bringen. Dazu hatte ich einige Kurse gebucht, um mein Wissen zu erweitert. Dann kam 2020. Mich traf, was uns alle getroffen hat: es kam Corona und alles wurde anders. Außerdem kam der Vermieter meines Praxisraums auf die Idee, dass er die Fläche doch lukrativer vermieten könne. So kam zusätzlich zu den Absagen sämtlicher Präsenzseminare die Kündigung der Praxisräume. 

Einerseits konnte ich so Kosten sparen und war gezwungen, online noch mal richtig Gas zu geben. Andererseits fehlten mir die Möglichkeit, Einzelsitzungen anzubieten, was über den Sommer durchaus möglich gewesen wäre, wenn ich denn die Räumlichkeiten gehabt hätte. Leider war es unmöglich, so schnell bezahlbaren Ersatz zu finden. 

Mittlerweile habe ich auch dafür eine Lösung und sie ist deutlich besser als die alte. 

Auch mit vielen Schulungen und dadurch vielem Wissen über die Mechanismen war das emotional kein Spaziergang. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob ich weiter machen soll oder doch besser aufgeben. 

Dann jedoch habe ich mich entschlossen, die Herausforderung anzunehmen und eine liebe Kollegin, Birgit Barilits, gefunden, der es ähnlich ging. Wir haben uns zusammen gesetzt, überlegt, was wir wollen und wie wir uns unterstützen könnten. Zu der Zeit waren wir in Katrin Hills Rakentenclub – alles rund um Facebook.

Wir wollten unsere Angebote über Facebook bekannt machen. Dass es dazu gehört, regelmäßig vor die Kamera zu treten und Lives zu machen, war uns zu Beginn nicht wirklich klar.

Genau daran bin ich fast gescheitert, es ist mir unendlich schwergefallen. Du kannst dir vorstellen, lieber Leser: Du sitzt in deinem Zimmerchen und starrst auf den kleinen Punkt an deinem Laptop, der dich scheinbar mit der Welt da draußen verbinden soll und siehst? Gar nix, natürlich hörst du auch nichts. Du redest, keiner antwortet und du weißt überhaupt nicht, ob das, was du erzählst, irgendjemanden interessiert. 

Und das beste, wenn du nach diesem ganzen Aufwand dann die Statistik anschaust, hat es wirklich keiner gesehen.

Zu Anfang habe ich nicht wirklich begriffen, dass es gar nicht die Menschen sind, die kein Interesse haben. Sondern der Facebook-Algorithmus meine so gut durchdachten Lives einfach niemandem angezeigt hat. Weil ich mich jahrelang auch auf dieser Plattform versteckt habe. Keine Postings, keine Kommentare, es wird nix geteilt. Das ist für die Rechenmaschine wie wenn du dich in den Keller setzt und abschließt. 

Deshalb haben wir begonnen, uns gegenseitig zu unterstützen, gemeinsame Lives veranstalt und regelmäßig gepostet. Das haben wir ein paar mal Wochen gemacht, der Algorithmus muss doch bespielt werden, um dann festzustellen, dass wir entnervt, frustriert und absolut desillusioniert waren. 

 

Eine Lösung musste her, eine, die uns hilft, locker vor der Kamera zu sein und uns die Möglichkeit gibt, unsere Impulse zu erzählen.

So entstand die Idee der #zoomgurkenchallenge.

Zoomgurke deshalb, weil Birgit meinte, durch das stundenlange Tragen der Maske würde sie vermehrt Falten bekommen und da würde eigentlich nur eine Gurkenmaske helfen.

Die Idee war geboren, wir gehen live, legen uns Gurken aufs Gesicht und erzählen über Ernährung und berufliche Neuorientierung. Klar, das klingt erst mal alles andere als ernsthaftes Business, hat uns aber geholfen, locker zu werden und mittlerweile haben wir eine richtige Routine. 

Auch die Themen haben auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun, auf den zweiten Blick dafür um so mehr. In beiden Bereichen geht es um Werte, Ziele, Losgehen, Hürden, Zweifel, Glaubenssätze und vieles mehr.

Mit diesen Themen haben wir unsere Lives gefüllt und ganz nebenbei unsere Scheu vor der Kamera und Facebook abgelegt.

Hinzu kamen zwei weitere liebe Kolleginnen, Inken Revenstroff und Annett Zöller und jetzt sind wir so weit, dass wir uns seit ca. 1 Jahr regelmäßig einmal wöchentlich treffen und uns austauschen.

Gemeinsame Projekte entwickeln, uns gegenseitig ermutigen und weiterhelfen. Diesen Herbst haben wir uns sogar zu einer gemeinsamen Arbeitswoche getroffen. 

Ich glaube, ich habe noch nie so viel und so produktiv gearbeitet wie in dieser Woche.
Wir unterstützen uns, wenn eine von uns festhängt und so weiter.

Wie gesagt, einer meiner besten Entscheidungen.

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