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Zwei Frauen eine sitzt auf einer Treppe, die andere bildet mit ihren Händen ein Herz

Ein Blick hinter die Kulissen: 10 Fragen an Jennifer Freitag von Herzklang-Meditation


Heute bin ich im Gespräch mit Jennifer Freitag von Herzklang.

Jenny hat sich auf Meditation spezialisiert. Wie sie dazu gekommen ist und wie ihr Mediation geholfen hat mit der Krankheit Alocipea (kreisrundem Haarausfall) zurechtzukommen, wird sie uns hier erzählen.
Oft sind es die schwierigen Situationen in unserem Leben, die unsere Bereitschaft zur Veränderung lostreten.
So auch bei Jenny! Ihre Erfahrungen und ihr Wissen gibt sie nun in ihren Kursen weiter. Mit ihrer einfühlsamen Art begleitet sie Interessierte und zeigt ihnen, wie sie Meditation in ihren Alltag integrieren können.
Meditation ist ein tolles Werkzeug, um sich immer wieder neu auszurichten und Oasen der Ruhe in den Alltag zu bringen. Das hilft in allen herausfordernden Situationen und in jeder Lebenslage, die Veränderungen fordern oder den Umgang mit Problemen.
Aber dazu kannst du uns, liebe Jenny, sicher noch viel mehr sagen.

Frau in Meditationshaltung mit Perlenkette um die Hände und eine Klangschale vor ihr auf dem Boden

 

Ein Blick hinter die Kulissen lernen bei einer Meisterin



Online meditieren lernen ist eigentlich eine verrückte Idee. Wie bist du denn auf die Idee gekommen, dies anzubieten?

Daran ist tatsächlich Corona Schuld. Gerade als ich anfangen wollte, mit meinen Meditationsangeboten raus zu gehen, kam der erste Lockdown. Zunächst wusste ich nicht so recht, wie ich nun weitermachen sollte und wie die meisten anderen habe ich auch einfach etwas Zeit gebraucht, mich in der Pandemie zurechtzufinden.

Aber dann habe ich mich umgeschaut, mir überlegt, wie ich Meditation online anbieten kann und siehe da – das geht. Erste Formate, die ich in der Zwischenzeit online durchgeführt habe, und vor allem die Rückmeldungen der Teilnehmenden bestätigen das.


Gibt es eine besondere Technik innerhalb der Meditation, die du als sehr hilfreich empfindest oder die es in dieser Kombination so nur bei dir gibt? 

Ich mag es nach dem Prinzip “Keep it simple“. Am liebsten konzentriere ich mich während der Meditation auf den Atem.
Der bringt mich sofort in die Wahrnehmung und in die Verbindung mit meinem Körper. Ideal, wenn ich gerade wieder viel im Kopf unterwegs bin oder mich in Emotionen verstricke. Der Atem ist immer da, deshalb kann ich mich auch überall und jederzeit auf ihn zurückbesinnen. Er ist Bestandteil aller meiner Meditationen.


Was ist dein bester Tipp für Menschen, die mit Meditieren beginnen wollen?

Mach es dir so einfach wie möglich. Wirf alle Erwartungen über Bord und sei gnädig mit dir selbst.


Es gibt verschiedene Meditations-Formate, kannst du dazu was sagen und erklären, welche du anbietest und warum?

In meinen Meditationen üben wir uns zum einen in der Konzentration auf einen Meditationsgegenstand. Das kann im Grunde alles sein, vom Atem über eine Kerze bis hin zu einem Gefühl ist die Vielfalt da sehr groß. Das übt den Fokus zu halten und ruhig zu bleiben, auch wenn im Außen ein Sturm tobt. Zum anderen mache ich Achtsamkeitsmeditationen, in denen wir offen und neugierig wahrnehmen, was da ist. Dadurch üben wir Gelassenheit, Annahme, Akzeptanz und Loslassen. Genau das hat mir übrigens in Bezug auf meine Haarlosigkeit meinen inneren Frieden gebracht.


Kennst du ein spezielles Format für jemanden, der schlecht vom Alltag abschalten kann?

Meiner Erfahrung nach ist eine enge Anleitung für diese Menschen hilfreich. Also eine geführte Meditation, die den Meditierenden/die Meditierende durch Worte immer wieder daran erinnert, auf den Atem zu achten, sich etwas Bestimmtes vorzustellen etc. Längere Phasen der Stille ermöglichen dem auf Hochtouren arbeitenden Verstand, sich wieder in den Vordergrund zu schummeln und der Fokus auf den Meditationsgegenstand ist schwer zu halten. Also lieber geführte Meditationen wählen.


Was ist dein ganz persönlicher Aha-Momente wenn es ums Meditieren geht?

Meine größten Aha-Momente habe ich, wenn unvermittelt Erkenntnisse auftauchen und ich plötzlich etwas verstehe. Manchmal bekomme ich dadurch Antworten auf Fragen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie hatte. Ich liebe diese Überraschungsmomente. Irgendwie bringt mich das immer weiter.


Wenn du grade mal nicht meditierst, was machst du dann? Du hast noch ein ganz spezielles Hobby, was mich sehr an Meditation erinnert.

Am liebsten male ich Mandalas in Aquarell. Das hat Ähnlichkeit mit Meditation, denn bei beidem weiß man am Anfang nicht wirklich, was am Ende dabei rauskommt. Der Entstehungsprozess ist bei beidem sehr spannend und macht am meisten Freude, wenn man frei von Erwartung ist und locker an die Sache geht.

Sitzende Frau die in den Sonnenuntergang blickt

 

Achtsames Beobachten des Sonnenuntergangs kann auch eine Art von Meditation sein.


Und wieso hat Meditation für dich wenig mit der Vorstellung von völlig ruhig, gelassen, mit Eso- Klängen und wallender Kleidung zu tun?  

Ich möchte gern mit den Vorstellungen aufräumen, die viele Menschen von der Meditation haben. Nämlich dass sie sich erst eine gewisse Ausstattung anschaffen müssen, eine bestimmte Atmosphäre brauchen oder erst in die richtige Stimmung kommen müssen, bevor sie meditieren können. Diese Argumente halten oft als Ausrede her. Wer sich zur Meditation committet, braucht nichts dafür, sondern kann direkt loslegen.


Ein hungriger Magen ist wohl nicht das, was dich bei deiner Arbeit unterstützt. Wie stehst du zum Thema Selbstfürsorge?

Das habe ich auf deiner Webseite gelesen 😉
Kraft und kann nicht so für meine Liebsten da sein oder meine Vision/mein Ziel verfolgen, wie ich es möchte. Gesunde Selbstfürsorge hat auch nichts mit Egoismus zu tun. Dabei kann man Selbstfürsorge in sehr vielen Facetten praktizieren. Das deckt von maßvoller Bewegung und gesunder Ernährung über Stressmanagement bis zu mentaler Hygiene sehr viel ab. Meditation ist ein Teil davon. Was genau der Einzelne in welchem Maß braucht, ist sehr individuell.


Du und die Buchweizennudeln, wieso machst du über so was ein Video? Was haben Spaß und Freude mit Meditation zu tun?

Die Story über die Buchweizennudeln entstand aus einer witzigen Situation heraus und zeigt eine ganz wesentliche, andere Facette von mir – nämlich die Tatsache, dass ich ohne Haare durchs Leben gehe. Es geht in dem Video um die Wahrnehmung, die jeder von uns von anderen Menschen hat und wie leicht wir aber damit daneben liegen können.

Es erinnert mich immer daran, dass ich offenbleiben möchte für andere Interpretationsmöglichkeiten als die, die ich zuerst im Kopf habe. Denn die eine Wahrheit gibt es nicht. Wenn sich z.B. jemand nicht so verhält, wie ich es erwarte, dann kann ich mich entweder darüber ärgern oder ich mache es mir zur Denksportaufgabe zu überlegen, welche vielfältigen Gründe es für das Verhalten geben könnte. Das nimmt mir die Grundlage für meinen Ärger und das finde ich sehr befreiend.

Denn die eine Wahrheit gibt es nicht


Was würdest du sagen, wie kann Meditation von Menschen genutzt werden, die in Veränderungsprozessen stecken?

Zuerst einmal muss ich mir Folgendes klar machen: die Denk- und Verhaltensmuster und auch die berühmten Glaubenssätze, mit denen ich bislang durchs Leben ging, haben mich bis zu dem Punkt gebracht, an dem ich gerade stehe. Das hat alles seine Berechtigung und ist gut und richtig so.

Wenn ich allerdings Veränderung will, dann muss ich zuerst erkennen und verstehen, wie ich ticke. Regelmäßig praktiziert ermöglicht Meditation Erkenntnisse genau darüber. Erst dann kann ich überhaupt etwas anders machen als vorher und damit andere Ergebnisse in meinem Leben kreieren.

Eine Möglichkeit ist, sich vor der Meditation eine Intention zu setzen. Zum Beispiel: “Ich möchte verstehen, wie ich immer wieder in die Situation XY komme.” Gut möglich, dass die Erkenntnis dazu nicht gleich in der Meditation kommt. Daher ist es sinnvoll, für eine Weile bei einer Intention zu bleiben. 


Welchen Nutzen kann jemand, der sich in einer beruflichen Veränderung befindet, aus der Mediation für sich ziehen?

Oft beschäftigt man sich im Rahmen seines beruflichen Veränderungsprozesses beispielsweise mit den Werten, nach denen man arbeiten möchte. Zu jedem der definierten Werte kann man eine kontemplative Meditation machen. Das bedeutet, dass man in einen tiefen, versunkenen und fokussierten und doch ungezwungenen Denkprozess einsteigt und ohne jegliche Ablenkung im Außen das Unterbewusstsein mit dem Begriff “arbeiten” lässt. Man lässt den Begriff wirken und schaut offen, neugierig und ohne Bewertung, was einem das Unterbewusstsein dazu zeigt. Das, was dadurch an die Oberfläche, also ins Bewusstsein, gelangt, erlaubt wieder neue Erkenntnisse und Gedankenspiele in Bezug auf die anstehende Herausforderung.


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